Aktuelle Rohstoffpreise & Anleitung zum Rohstoffhandel

rohstoffe

Hier finden Sie aktuelle und historische Rohstoffpreise in Tabellen und Online-Charts, dazu eine Anleitung, wie man mit Rohstoffen handelt. Wir zeigen Ihnen, welche Arten von Rohstoffen es gibt, wie Börsen und Kontrakte funktionieren und welche Wege einem Privatanleger offenstehen. Am Ende wissen Sie, ob dieser Markt für Sie überhaupt infrage kommt.


Bei Rohstoffen wird der Preis fast nie in den für Europa gewohnten Einheiten angegeben. Gold wird in Feinunzen gehandelt, Weizen in Bushel, Öl in Barrel und Kaffee in Pfund. Wir geben die Preise deshalb sowohl in der Börseneinheit als auch in europäischen Einheiten an.

Preise für Energierohstoffe

PreisÄnderung in 24hÄnderung in einer WocheÄnderung in einem MonatÄnderung in einem JahrAktualisiert
WTI-Öl100,3 USD/Bbl -1,58 %0,25 %18,85 %74,68 %19. 9. 2026 04:58
Brentöl103,87 USD/Bbl -0,91 %-0,71 %13,37 %70,7 %19. 9. 2026 04:58
Heizöl5,0578 USD/Gal -1,1 %1,99 %13,6 %138,41 %19. 9. 2026 04:58
Kohle144 USD/T -0,45 %-1,87 %10,98 %33,95 %18. 9. 2026
Ethanol2,025 USD/Gal -3,11 %-1,94 %-0,74 %27,56 %18. 9. 2026
Propan0,84 USD/Gal -0,54 %-1,52 %9,75 %31,87 %18. 9. 2026
Uran89,7 USD/Lbs 0 %-0,5 %1,64 %9,86 %19. 9. 2026 10:58
Methanol3.433 CNY/T -1,24 %1,57 %20,46 %56,76 %18. 9. 2026
Urals-Öl (russisches Öl)113,41 USD/Bbl -6,74 %9,36 %32,49 %124,84 %17. 9. 2026

Preise für Edelmetalle und andere Metalle

PreisÄnderung in 24hÄnderung in einer WocheÄnderung in einem MonatÄnderung in einem JahrAktualisiert
Gold4.383,45 USD/t.oz 0,97 %0,76 %-2,97 %1,47 %18. 9. 2026 23:58
Silber66,236 USD/t.oz 1,6 %3,07 %-1,03 %-7,05 %20. 9. 2026 06:58
Kupfer6,615 USD/Lbs 0,43 %2,25 %1,97 %16,42 %19. 9. 2026 04:58
Eisenerze97,57 USD/T 0,15 %-0,46 %2,52 %-8,92 %18. 9. 2026
Lithium134.300 CNY/T 0,83 %-5,59 %-11,44 %13,33 %18. 9. 2026
Platin1.806,4 USD/t.oz 0,67 %0,49 %-0,23 %-12,73 %19. 9. 2026 04:58
Titan43,5 CNY/KG 0 %0 %-2,25 %-5,43 %18. 9. 2026
HRC-Stahl1.300 USD/T 0,93 %2,04 %6,12 %39,04 %18. 9. 2026
Kobalt40.120 USD/T -1,36 %-6,57 %-28,73 %-24,81 %17. 9. 2026
Aluminium3.296,5 USD/T -0,03 %1,22 %2 %10,03 %18. 9. 2026
Zinn53.186 USD/T 1,45 %-2,13 %-2,98 %31,14 %17. 9. 2026
Zink3.933,83 USD/T 1,16 %1,77 %6,09 %26,02 %18. 9. 2026
Nickel16.235 USD/T -0,18 %-1,75 %-5,22 %-3,07 %18. 9. 2026
Palladium1.319,5 USD/t.oz 1,27 %-0,34 %-1,12 %-20,1 %19. 9. 2026 04:58
Rhodium9.150 USD/t oz. -0,81 %-5,91 %3,98 %-0,27 %18. 9. 2026

Kurse landwirtschaftlicher Rohstoffe

PreisÄnderung in 24hÄnderung in einer WocheÄnderung in einem MonatÄnderung in einem JahrAktualisiert
Sojabohnen1.303,5 USd/Bu -1,23 %0,54 %6,65 %26,49 %19. 9. 2026 04:58
Weizen714,25 USd/Bu -1,75 %-1,52 %5 %40,88 %19. 9. 2026 04:58
Palmöl4.898 MYR/T 1,7 %1,74 %0,1 %20,94 %18. 9. 2026
Gummi238,2 USD Cents / Kg 0,59 %-0,04 %5,96 %32,41 %18. 9. 2026
Kaffee280,5 USd/Lbs 1,45 %-1,82 %-14,53 %-19,57 %18. 9. 2026
Zucker17,36 USD cents/Lbs -0,34 %-4,35 %-1,08 %15,66 %19. 9. 2026 04:58
Baumwolle81,15 USd/Lbs -1,24 %-5,71 %-8,15 %26,26 %19. 9. 2026 04:58
Kakao5.327 USD/T -7,71 %-10,64 %-11,67 %-12,17 %18. 9. 2026
Wolle1.857 AUD/100Kg 0 %-1,12 %-0,85 %20,51 %18. 9. 2026
Mais527,5 USd/BU -0,57 %-0,52 %11,52 %19,82 %19. 9. 2026 04:58

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    Wie man mit Rohstoffen handelt

    Sie müssen keine tausend Säcke Getreide kaufen, um von einer Preisbewegung zu profitieren. Privatanleger nutzen dafür meist Differenzkontrakte, kurz CFDs (Contract for Difference). Dieser Weg hat mehrere Vorteile:

    1. Sie können auch von fallenden Rohstoffpreisen profitieren, Details im folgenden Beispiel.
    2. Sie besitzen den Rohstoff nicht tatsächlich, sondern versuchen nur, von seiner Preisänderung zu profitieren. Sie müssen also nichts lagern, transportieren oder mühsam Käufer suchen, und bei verderblichen Waren wie Weizen, Mais, Kakao oder Kaffee entfällt das Risiko, dass die Ware schlecht wird.
    3. Hohe Liquidität. Kauf und Verkauf sind eine Sache weniger Klicks in der Plattform des Brokers, der Auftrag wird sofort ausgeführt.
    4. Sie können einen Hebel nutzen und damit Gewinne wie Verluste vervielfachen, Details im folgenden Beispiel.

    Diesen Vorteilen steht ein klares Risiko gegenüber. Bei einem CFD können Sie Ihre gesamte Einlage verlieren, und durch den Hebel geht das schneller, als viele erwarten. Der Broker verdient an der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, dem Spread, und bei längerer Haltedauer kommen Finanzierungskosten dazu.

    Wie ein Hebel im Detail arbeitet und warum er in beide Richtungen wirkt, haben wir separat erklärt, unter anderem in unserem Beitrag über den Hebel bei CFDs. Wenn Ihnen der Begriff CFD noch gar nichts sagt, beginnen Sie besser bei der Erklärung, was CFDs überhaupt sind.

    Ein Punkt, der oft untergeht. Privatkunden in der EU sind vor einer Nachschusspflicht geschützt, das Konto kann also nicht ins Minus laufen. Diese Regel gilt für Privatkunden, nicht für professionelle Kunden, und wer sich freiwillig hochstufen lässt, gibt sie mit auf.

    📝Zusätzliche Info

    Für Privatanleger in der EU ist der Hebel bei Rohstoff-CFDs begrenzt. Bei Gold liegt die Obergrenze höher als bei anderen Rohstoffen, weil Gold als weniger schwankungsanfällig eingestuft wird. Die genauen Werte zeigt Ihnen jeder Broker in der Instrumentenübersicht, dort steht auch die geforderte Sicherheitsleistung je Position.

    Beispiel für den Ölhandel

    Ölkauf

    Dieses Handelsbeispiel beruht auf den Werten aus der Abbildung links. Hebel und Kurs ändern sich im Laufe der Zeit, die Rechnung dient nur der Veranschaulichung.

    Nehmen wir an, Sie kaufen ein CFD auf Öl im Gegenwert von 20 Barrel (1 Barrel = 158,98 l, 20 Barrel = 3.179,6 Liter). Ohne Hebel würden Sie dafür 1.306 USD (1.210 EUR) zahlen. Der Hebel steht auf 1:10, Sie brauchen für die Eröffnung also nur ein Zehntel des tatsächlichen Wertes, in diesem Fall 130,60 USD (121 EUR).

    Den Rest stellt Ihnen der Broker zur Verfügung. Er kann sich das leisten, weil die üblichen Tagesschwankungen bei Rohstoffen kleiner sind als Ihre hinterlegte Sicherheit. Reicht diese nicht mehr aus, wird die Position automatisch geschlossen.

    Kaufen Sie also 20 Barrel zu 65,3 USD je Barrel (Gesamtwert 1.306 USD) und verkaufen später zu 70 USD (Gesamtwert 1.400 USD), verdienen Sie die Differenz: 1.400 minus 1.306 ergibt 94 USD. Das funktioniert genauso in die andere Richtung, dann ist es ein Verlust.

    Bei XTB können Sie nicht mehr verlieren als Ihre Einlage in diesen Handel, hier also 130,60 USD. Der Handel würde vorher automatisch geschlossen.

    Neben dem Spread zahlen Sie eine Gebühr für das Halten der Position über Nacht. Manchmal bekommt der Kunde diese Zahlung sogar gutgeschrieben, je nach Zinsniveau und Richtung der Position. Beim genannten Ölbeispiel lag die Übernachtfinanzierung bei -0,0222 % auf der Kaufseite und bei -0,0216 % auf der Verkaufsseite.

    Vielleicht ist Ihnen nach dem Lesen dieses Beispiels nicht alles klar, aber nichts ist einfacher, als ein Demo-Konto zu eröffnen * und den Handel kostenlos auszuprobieren. Die Eröffnung eines Demo-Kontos dauert nur eine halbe Minute.* 74 % der CFD-Kleinanlegerkonten verlieren Geld.

    Was ist ein Rohstoff?

    Ein Rohstoff ist eine Ware in standardisierter Qualität, die an Börsen gehandelt wird. Standardisiert heißt: Weizen einer bestimmten Sorte und Güte ist überall derselbe Weizen, egal wer ihn liefert. Genau diese Austauschbarkeit macht den Börsenhandel überhaupt erst möglich.

    Es geht also um Dinge, die wir täglich verbrauchen und die wirtschaftliches Gewicht haben. Öl, Erdgas, Kupfer, Mais, Kaffee. Schauen wir uns die Gruppen nun einzeln an.

    Arten von Rohstoffen

    Rohstoffe werden meist danach eingeteilt, wofür sie verwendet werden oder wie sie gewonnen werden. Energieträger sowie Edel- und Industriemetalle heißen harte Rohstoffe, sie werden typischerweise aus der Erde geholt. Agrarprodukte und Vieh heißen weiche Rohstoffe, sie werden angebaut oder gezüchtet.

    Der Unterschied ist mehr als eine Formalie. Bei harten Rohstoffen entscheidet die Förderkapazität, und die lässt sich nur über Jahre verändern. Bei weichen Rohstoffen entscheidet die Ernte, und die kann sich innerhalb einer einzigen Saison komplett drehen.

    📖Harte und weiche Rohstoffe

    Harte Rohstoffe werden abgebaut oder gefördert, also Metalle und Energieträger. Weiche Rohstoffe werden angebaut oder gezüchtet, also Getreide, Kaffee, Zucker, Baumwolle und Vieh. Die Einteilung sagt viel über das Verhalten des Preises aus, weil bei weichen Rohstoffen Wetter und Erntezyklus die Hauptrolle spielen.

    Energie

    Rohstoffe dieser Art treiben die Weltwirtschaft an. Dazu gehören Erdgas, Öl und Propan. Man könnte meinen, dass ein Gut, ohne das nichts läuft, nur teurer werden kann, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Energiepreise schwanken kräftig, und gerade das macht sie für Händler interessant.

    Wie stark Öl seine Richtung wechseln kann, zeigt der Blick auf mehrere Jahre. Wir haben das im Detail in unserem Leitfaden zur Entwicklung des WTI- und Brent-Ölpreises aufbereitet.

    Edel- und Industriemetalle

    Edelmetalle begleiten die Menschheit seit sehr langer Zeit, die ersten Zahlungsmittel waren aus ihnen gefertigt. Seit dem Übergang zu Papiergeld gelten sie als Mittel zur Wertaufbewahrung. In wirtschaftlichen Krisen schichten Anleger deshalb Kapital von Aktien in Metalle um. Typische Vertreter sind Gold und Silber.

    Zu den einzelnen Metallen haben wir eigene Leitfäden, unter anderem zum Goldpreis pro Gramm, zum Silberkurs, zum Platinpreis und zu Rhodium.

    Die zweite Kategorie sind Industriemetalle. Sie haben vor allem wirtschaftliche Bedeutung, aus ihnen entstehen weitere Produkte. Dazu zählen Kupfer und Aluminium, aber auch Nickel und Lithium, die für Batterien gebraucht werden.

    Auch dazu finden Sie bei uns Details, etwa zum Kupferpreis, zum Nickelpreis, zum Aluminiumpreis und zum Lithiumpreis.

    Ein Detail, das viele überrascht: Rhodium und Iridium werden gar nicht an einer Börse gehandelt. Ihre Preise sind Händlerkurse großer Verarbeiter, weshalb sich die Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Wer hier einsteigen will, sollte das wissen.

    Landwirtschaftliche Produkte

    Agrarrohstoffe werden typischerweise zum Verzehr angebaut. Meist geht es um Vorprodukte für Lebensmittel wie Hafer, Mais oder Soja. Eine Ausnahme ist Baumwolle, die in der Textilindustrie landet.

    Typisch für diese Gruppe ist die doppelte Abhängigkeit. Der Preis folgt einerseits dem Anbauzyklus über das Jahr, andererseits dem Ertrag der jeweiligen Ernte. Gibt es zu viel von einem Rohstoff, fällt der Preis. Ist er knapp, steigt er.

    Kaffee ist dafür ein gutes Beispiel, weil hier Wetter in wenigen Anbauländern den Weltmarkt bewegt. Wie das im Kursverlauf aussieht, zeigen wir beim aktuellen Kaffeepreis.

    Fleisch und Vieh

    Der weltweite Fleischkonsum ist über Jahrzehnte gestiegen, entsprechend gewachsen ist die Nachfrage. An den Börsen laufen diese Rohstoffe in standardisierter Form, etwa als Mastrind oder als gefrorene Schweinehälften.

    Für Privatanleger ist diese Gruppe die exotischste von allen. Die Märkte sind dünner, die Spreads breiter, und viele Broker führen sie gar nicht erst im Angebot.

    Wie werden Rohstoffe gehandelt

    An den Rohstoff selbst kommt ein Anleger über eine Rohstoffbörse. Dort treffen sich die Lieferanten, also Erzeuger und Bergbauunternehmen, mit den Abnehmern aus der Industrie. Die einen schaffen das Angebot, die anderen die Nachfrage. Dazwischen bewegen sich Investoren und Spekulanten, die den Rohstoff nie physisch brauchen und ihn nur handeln. Für diese Gruppe sind Derivate der übliche Weg, allen voran CFDs.

    Rohstoffbörsen funktionieren ähnlich wie Aktienbörsen. Sie haben feste Handelszeiten, meist an Werktagen, und Regeln, an die sich alle Teilnehmer halten. Eine der wichtigsten Regeln betrifft die Kontraktgröße. Weil an diesen Märkten in großem Maßstab gehandelt wird, können Sie mit einem Kontrakt nicht ein einzelnes Barrel Öl oder ein Gramm Gold kaufen. Metalle werden in Unzen abgerechnet, Öl in Tausenden Barrel.

    Wann welcher Markt geöffnet ist, macht in der Praxis mehr aus, als man denkt. Für Gold haben wir die günstigsten Stunden in einem eigenen Beitrag zu den Handelszeiten bei Gold zusammengetragen.

    Die 5 weltweit meistgehandelten Rohstoffe

    Die folgenden fünf gehören zu den aktivsten Rohstoffmärkten überhaupt. Konkrete Jahresvolumina nennen wir bewusst nicht, weil sie sich von Jahr zu Jahr deutlich verschieben und eine Zahl im Text schnell falsch wird. Die Kontraktgrößen dagegen sind standardisiert und ändern sich praktisch nie.

    RohstoffKontraktgrößePreis notiert in
    Rohöl WTI1.000 BarrelUSD je Barrel
    Gold100 FeinunzenUSD je Feinunze
    Erdgas10.000 MMBtuUSD je MMBtu
    Sojabohnen5.000 BushelUS-Cent je Bushel
    Mais5.000 BushelUS-Cent je Bushel

    Öl

    Öl führt die Rangliste an, es ist der meistgehandelte Rohstoff der Welt. Es liefert Kraftstoff für Verkehr und Heizung und ist zugleich Ausgangsmaterial für Kunststoffe und Chemikalien. Preis und Verfügbarkeit wirken direkt auf Weltwirtschaft und Politik. Ein Standardkontrakt umfasst 1.000 Barrel, ein Barrel entspricht rund 159 Litern.

    Das gehandelte Volumen wird bei Rohstoffen in Kontrakten gezählt, sonst ließen sich die Märkte gar nicht vergleichen. Unzen messen ein Gewicht, Barrel ein Volumen, das eine lässt sich nicht in das andere umrechnen.

    Gold

    Gold gehört zu den traditionellen Anlageinstrumenten. Es gilt als Absicherung gegen Inflation und als Zufluchtsort in unsicheren Zeiten. Dazu kommt die reale Verwendung in Elektronik und Schmuck. Ein Kontrakt umfasst 100 Feinunzen, eine Feinunze entspricht 31,1 Gramm.

    Was Gold von den übrigen Rohstoffen unterscheidet: Es wird kaum verbraucht. Fast alles jemals geförderte Gold existiert noch, deshalb reagiert der Preis weniger auf Produktion und stärker auf die Frage, wer es gerade halten will.

    Erdgas

    Erdgas ist eine viel genutzte Alternative zu Kohle und Öl. Es dient der Wärmeerzeugung, industriellen Prozessen und der Stromproduktion. Wie bei Öl wirkt die Verfügbarkeit direkt auf die Industrie. Ein Kontrakt umfasst 10.000 MMBtu, also Millionen britische Wärmeeinheiten, die Maßeinheit für Gasmengen an der Börse.

    Erdgas ist zugleich der schwankungsfreudigste der fünf. Ein einziger Kälteeinbruch kann den Kurs binnen Tagen zweistellig bewegen.

    Soja

    Sojabohnen sind eine der wichtigsten Kulturpflanzen der Welt. Sie liefern Eiweiß für die menschliche Ernährung und dienen als Tierfutter. Sojaöl steckt in Lebensmitteln, Kosmetik und Biokraftstoffen. Ein Kontrakt umfasst 5.000 Bushel, ein Bushel Sojabohnen entspricht rund 27,2 kg.

    Mais

    Mais ist ein Grundnahrungsmittel für Menschen und Tiere und wird zusätzlich zu Biokraftstoff verarbeitet. Ein Kontrakt umfasst ebenfalls 5.000 Bushel, bei Mais entspricht ein Bushel rund 25,4 kg.

    📌Praxisbeispiel

    Ein Rechenbeispiel zur Größenordnung: Ein einziger Maiskontrakt über 5.000 Bushel entspricht etwa 127 Tonnen Mais. Bei Rohöl sind es 1.000 Barrel, also rund 159.000 Liter. Deshalb handeln Privatanleger diese Märkte fast immer über CFDs, bei denen die Positionsgröße frei wählbar ist.

    Handel mit Derivaten – Spekulation

    Ein Derivat ist kein direkter Kauf des Rohstoffs, sondern ein davon abgeleitetes Instrument. Der Preis folgt dem realen Markt, doch geliefert wird nichts. In diesem Umfeld bewegen sich fast nur noch Händler und Spekulanten.

    Für Privatanleger läuft das in der Regel über CFDs. Sie können damit auf steigende wie auf fallende Kurse setzen, ohne den Rohstoff je zu besitzen. CFDs gehören heute bei den meisten Online-Brokern (Vergleich) zum Standardangebot.

    Wer lieber ohne Hebel arbeitet, findet eine ruhigere Variante in Fonds auf Rohstoffkörbe. Welche das sind und worauf Sie achten sollten, steht in unserem Beitrag über Rohstoff-ETFs.

    Handel mit Futures-Kontrakten

    Rohstoffe werden außerdem über Futures gehandelt. Vereinfacht ist das ein Vertrag zwischen Lieferant und Abnehmer über eine bestimmte Ware, Menge und einen Preis. Am Verfallstag wird geliefert und abgerechnet.

    Genau hier entsteht Raum für Spekulation. Die Kontrakte selbst lassen sich an der Börse frei weiterhandeln. Passt die Position nicht mehr, verkauft der Händler sie vor dem Verfall und kauft einen anderen Kontrakt.

    Für Privatanleger sind Futures allerdings sperrig. Die Mindestgrößen sind hoch, und wer einen auslaufenden Kontrakt vergisst, hat theoretisch ein Lieferproblem. In der Praxis verhindern Broker das, angenehm ist es trotzdem nicht.

    Was beeinflusst den Preis von Rohstoffen?

    Wirtschaftszyklen von Rohstoffen

    Rohstoffe folgen erkennbaren Zyklen. Am deutlichsten ist das bei Agrarprodukten. Wer Weizen oder Soja handelt, sollte die Erntelage des laufenden Jahres kennen. Fehlt die Ware auf den Weltmärkten, ist ein steigender Preis die logische Folge. Ein Überangebot deutet umgekehrt auf fallende Notierungen hin.

    Innerhalb eines Jahres liegen die größten Bewegungen meist zwischen Erntezeit und Winter. Feste Muster sollte man daraus aber nicht ableiten. Beim Weizen gab es Jahre, in denen der Januar der schwächste Monat war, und andere, in denen genau das Gegenteil eintrat. Wer eine Saisonregel starr anwendet, wird früher oder später überrascht.

    Bei Edelmetallen greifen diese Zyklen kaum. Sie werden das ganze Jahr über gefördert, unabhängig von Böden und Ernten. Hier spielt eher der menschliche Faktor hinein. Streiks in den Förderländern oder politische Unruhen können den Preis nach oben treiben, während die Erschließung einer großen neuen Lagerstätte in die andere Richtung wirkt.

    Beim Vergleich verschiedener Rohstoffe bin ich immer wieder darauf gestoßen, wie unterschiedlich schnell die Angebotsseite reagieren kann. Ein Landwirt entscheidet jedes Frühjahr neu, was er anbaut. Eine neue Kupfermine braucht rund ein Jahrzehnt. Das erklärt einen großen Teil der Preisunterschiede zwischen den Gruppen.

    💡Tipp des Autors

    Bevor Sie eine Position in einem Agrarrohstoff eröffnen, schauen Sie in den Kalender der Erntemonate und der wichtigsten Berichtstermine. Diese Termine bewegen die Kurse zuverlässiger als jede Chartformation, und sie sind vorher bekannt. Uns hat das mehr Fehlgriffe erspart als jede zusätzliche technische Kennzahl.

    Rohstoffe während der Krise

    Wie Aktien reagieren auch Rohstoffe auf Konjunkturzyklen. Es gilt eine einfache Regel: Steigende Nachfrage hebt den Preis, schwache Nachfrage drückt ihn. Läuft die Wirtschaft gut, wird mehr konsumiert, und in fast jedem Produkt steckt direkt oder indirekt Öl, Metall oder Getreide.

    Bei Edelmetallen läuft es oft andersherum. Gold gilt als der Rohstoff, der in Krisen zulegt, weil Anleger dann Sicherheit suchen. Das ist keine Naturgesetzmäßigkeit, aber ein Muster, das sich in mehreren Krisen der jüngeren Geschichte gezeigt hat. Gold wird deshalb häufig als Hedge bezeichnet, also als Schutz gegen Inflation und gegen ungünstige Phasen am Aktienmarkt.

    Zu Beginn einer Krise fällt Gold allerdings häufig zuerst mit. Der Grund ist banal. Wer anderswo Verluste ausgleichen muss, verkauft das, was sich gerade gut verkaufen lässt. Erst danach setzt die Bewegung nach oben ein.

    Rohstoffindex

    Wie bei Aktien gibt es auch bei Rohstoffen Indizes. Sie fassen mehrere Rohstoffe zu einem Korb zusammen, der gemeinsam gehandelt wird. Der Vorteil liegt auf der Hand. Sie handeln ein Paket statt einzelner Positionen und streuen damit das Risiko über mehrere Bereiche, etwa Öl und Erdgas zusammen mit Gold und Silber.

    Einer dieser Indizes ist der S&P GSCI. Früher hieß er Goldman Sachs Commodity Index, daher stammt das Kürzel. Er umfasst 24 Rohstoffe über das gesamte Spektrum, von Energieträgern über Industriemetalle und Agrarprodukte bis zu tierischen Erzeugnissen und Edelmetallen.

    Solche Indizes sind stärker von Energie geprägt, als der Name vermuten lässt. Die Gewichtung richtet sich nach der weltweiten Produktion, und Öl wiegt dabei schwer. Wer einen Rohstoffindex kauft, kauft also vor allem Energie.

    Warum mit Rohstoffen handeln?

    Rohstoffe sind aus einem einfachen Grund beliebt: Sie laufen häufig anders als der Aktienmarkt. In Phasen, in denen Aktien und Anleihen gleichzeitig unter Druck stehen, hat ein Rohstoffanteil im Depot schon manchen Rückgang abgefedert.

    Das heißt nicht, dass Rohstoffe ruhig wären. Ganz im Gegenteil, einzelne Rohstoffe schwanken deutlich stärker als ein breiter Aktienindex. Der Nutzen liegt also nicht in der Stabilität des einzelnen Postens, sondern darin, dass sich die Bewegungen im Depot gegenseitig ausgleichen.

    Ein zweiter Punkt ist der Inflationsschutz. Steigen die Preise auf breiter Front, steigen meist auch die Rohstoffpreise, weil sie am Anfang fast jeder Wertschöpfungskette stehen. Sichtbar wird das bei Alltagsprodukten wie Brot oder Mehl.

    Und ein dritter Punkt, der selten genannt wird. Rohstoffe zahlen weder Zinsen noch Dividenden. Ihr gesamter Ertrag muss aus der Preisbewegung kommen. Wer damit nicht leben kann, ist bei Aktien oder Anleihen besser aufgehoben.

    Vor- und Nachteile des Rohstoffhandels

    Vorteile

    • Laufen oft anders als Aktien und wirken dadurch ausgleichend im Depot
    • Historisch ein brauchbarer Schutz in Phasen hoher Inflation
    • Über CFDs auch mit kleinen Beträgen und auf fallende Kurse handelbar
    • Hohe Liquidität in den großen Märkten, Aufträge werden sofort ausgeführt
    • Keine Lagerung, kein Transport, kein Verderb

    Nachteile

    • Einzelne Rohstoffe schwanken stark, Rückgänge von zweistelliger Größenordnung sind normal
    • Weder Zinsen noch Dividenden, der Ertrag kommt allein aus dem Kurs
    • Der Hebel bei CFDs vergrößert auch die Verluste, ein Totalverlust der Einlage ist möglich
    • Bei längerer Haltedauer fallen Finanzierungskosten über Nacht an
    • Fonds auf Terminkontrakte verlieren beim Rollen der Kontrakte oft Rendite
    Unterm Strich taugt der Rohstoffmarkt als Ergänzung, nicht als Fundament. Diesen Eindruck haben wir über die Jahre nicht revidieren müssen.

    Steuern beim Rohstoffhandel

    Gewinne aus Rohstoffgeschäften sind in Deutschland Kapitaleinkünfte. Dafür gilt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent, dazu kommen der Solidaritätszuschlag und bei Kirchenmitgliedern die Kirchensteuer.

    Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro je Person und bei 2.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung. Er wird nur berücksichtigt, wenn Sie bei Ihrer Bank oder Ihrem Broker einen Freistellungsauftrag hinterlegt haben.

    Ein praktischer Unterschied betrifft ausländische Broker. Ein deutscher Anbieter führt die Steuer direkt ab, bei einem Broker mit Sitz im Ausland müssen Sie die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben, in der Anlage KAP. Das wird oft übersehen und fällt erst später auf.

    Bei Termingeschäften, zu denen CFDs zählen, haben sich die Regeln zur Verrechnung von Verlusten in den letzten Jahren mehrfach geändert. Prüfen Sie deshalb immer den aktuell geltenden Stand, bevor Sie Ihre Erklärung abgeben.

    🔔Hinweis

    Die steuerlichen Hinweise in diesem Artikel sind eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine Beratung. Die Regeln für Termingeschäfte, ausländische Fonds und physische Edelmetalle unterscheiden sich, und Ihre persönliche Situation kann davon abweichen. Lassen Sie Ihren Fall von einem Steuerberater prüfen, bevor Sie größere Summen bewegen oder Verluste verrechnen.

    Häufige Fragen zum Rohstoffhandel

    Mit wie viel Geld kann ich anfangen?

    Über CFDs geht das schon mit kleinen Beträgen, weil die Positionsgröße frei wählbar ist. Bei Futures liegt die Einstiegsschwelle deutlich höher, weil ein Kontrakt eine feste, große Menge abbildet. Für einen ersten Test empfehlen wir ein Demo-Konto, das kostet nichts und zeigt Ihnen die Mechanik.

    Welche Rohstoffe eignen sich für Einsteiger?

    Gold und Öl, weil sie die größte Liquidität haben, die engsten Spreads bieten und weil zu ihnen die meisten Informationen frei verfügbar sind. Erdgas und einzelne Agrarrohstoffe sind deutlich schwerer zu handhaben. Eine ausführliche Einführung finden Sie in unserem Einsteigerleitfaden für den Handel mit Rohstoffen.

    Muss ich den Rohstoff physisch übernehmen?

    Bei CFDs nicht, dort wird ausschließlich die Kursdifferenz abgerechnet. Bei Futures wäre eine Lieferung theoretisch vorgesehen, in der Praxis werden die Kontrakte vorher glattgestellt oder gerollt.

    Was ist der Unterschied zwischen CFD und ETF auf Rohstoffe?

    Ein CFD ist ein gehebeltes Instrument für kürzere Zeiträume und verursacht Kosten für jede Nacht, die Sie die Position halten. Ein Fonds ist für längere Zeiträume gedacht, arbeitet ohne Hebel und wird über die Börse gekauft. Für ein Depot, das Jahre bestehen soll, ist der Fonds der passendere Weg.

    Wann sind die Rohstoffmärkte geöffnet?

    Die großen Rohstoffmärkte laufen an Werktagen nahezu rund um die Uhr, unterbrochen von kurzen täglichen Pausen. Die Handelsaktivität ist aber nicht gleichmäßig verteilt, das meiste Volumen fällt in die Überschneidung der europäischen und der amerikanischen Sitzung.

    Sind Rohstoffe eine Absicherung gegen Inflation?

    In vielen Inflationsphasen haben sie besser abgeschnitten als Anleihen, garantiert ist das jedoch nicht. Der Zusammenhang ist bei Energie am deutlichsten und bei Edelmetallen weniger verlässlich, als es der Ruf von Gold vermuten lässt.

    Für den CFD-Rohstoffhandel empfehlen wir den Broker XTB.

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