Rhodium gehört zu den seltensten Metallen der Welt. Gefördert werden pro Jahr nur rund 20 Tonnen, und der weitaus größte Teil davon landet in einer einzigen Anwendung, dem Autokatalysator. Genau diese Abhängigkeit macht den Kurs so sprunghaft.
Preis pro Feinunze und Gramm Rhodium
| 1 t oz. = 8.376,51 EUR | 1 t oz. = 9.725,00 USD |
| 1 g = 269,31 EUR | 1 g = 312,67 USD |
Alle Preisangaben in diesem Artikel verstehen sich in US-Dollar je Feinunze, sofern nicht anders angegeben.
Rhodium Preisentwicklung im Chart
Diagramm der/des letzten: 7 Tage | 30 Tage | 3 Monate | 6 Monate | Jahres | 3 Jahre | 5 Jahre | 10 Jahre
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Preisänderung
| 24h | -1.02 % | Woche | 2.64 % |
| Monat | 11.46 % | Jahr | 5.99 % |
Historische Preise
| t oz. | g | |
|---|---|---|
| 11. 9. 2026 | 8.376,51 EUR 9.725,00 USD | 269,31 EUR 312,67 USD |
| 10. 9. 2026 | 8.376,51 EUR 9.725,00 USD | 269,31 EUR 312,67 USD |
| 9. 9. 2026 | 8.333,45 EUR 9.675,00 USD | 267,93 EUR 311,06 USD |
| 8. 9. 2026 | 8.161,18 EUR 9.475,00 USD | 262,39 EUR 304,63 USD |
| 7. 9. 2026 | 8.161,18 EUR 9.475,00 USD | 262,39 EUR 304,63 USD |
| 4. 9. 2026 | 8.096,58 EUR 9.400,00 USD | 260,31 EUR 302,22 USD |
| 3. 9. 2026 | 8.053,51 EUR 9.350,00 USD | 258,93 EUR 300,61 USD |
| 2. 9. 2026 | 7.924,31 EUR 9.200,00 USD | 254,77 EUR 295,79 USD |
| 1. 9. 2026 | 7.838,18 EUR 9.100,00 USD | 252,00 EUR 292,57 USD |
| 31. 8. 2026 | 7.752,04 EUR 9.000,00 USD | 249,23 EUR 289,36 USD |
| 28. 8. 2026 | 7.622,84 EUR 8.850,00 USD | 245,08 EUR 284,53 USD |
| 27. 8. 2026 | 7.558,24 EUR 8.775,00 USD | 243,00 EUR 282,12 USD |
| 26. 8. 2026 | 7.558,24 EUR 8.775,00 USD | 243,00 EUR 282,12 USD |
| 25. 8. 2026 | 7.579,78 EUR 8.800,00 USD | 243,70 EUR 282,93 USD |
| 24. 8. 2026 | 7.579,78 EUR 8.800,00 USD | 243,70 EUR 282,93 USD |
| 21. 8. 2026 | 7.579,78 EUR 8.800,00 USD | 243,70 EUR 282,93 USD |
| 20. 8. 2026 | 7.579,78 EUR 8.800,00 USD | 243,70 EUR 282,93 USD |
| 19. 8. 2026 | 7.579,78 EUR 8.800,00 USD | 243,70 EUR 282,93 USD |
| 18. 8. 2026 | 7.579,78 EUR 8.800,00 USD | 243,70 EUR 282,93 USD |
| 17. 8. 2026 | 7.579,78 EUR 8.800,00 USD | 243,70 EUR 282,93 USD |
Was ist Rhodium und wie wird es verwendet?
Rhodium ist ein Metall aus der Platingruppe. Es kommt praktisch nie allein vor, sondern fällt bei der Verarbeitung von Platin- und Nickelerzen als Nebenprodukt an. Die Trennung in reiner Form ist technisch aufwendig und teuer, was den Preis von Anfang an nach oben treibt.
Seine große Stärke ist die Korrosionsbeständigkeit. Rhodium hält aggressiven Abgasen, Säuren und hohen Temperaturen stand, deshalb steckt es in Katalysatoren, Elektroden und Bauteilen, die unter extremen Bedingungen arbeiten müssen.
Ein zweites Einsatzgebiet ist die Schmuckbranche. Dort dient Rhodium als hauchdünne Beschichtung für Goldschmuck und Silberschmuck. Die Schicht schützt vor Anlaufen und sorgt für den kühlen, hellen Glanz, den viele Kundinnen und Kunden an Weißgold schätzen.
Dazu kommen Elektronik, Medizintechnik und die Glasproduktion. Mengenmäßig spielen diese Bereiche aber eine Nebenrolle. Den Markt bestimmt die Automobilindustrie, die Rhodium für Katalysatoren von PKW und Nutzfahrzeugen einsetzt.
Unter Platingruppenmetallen, kurz PGM, fasst man sechs eng verwandte Metalle zusammen: Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium. Sie liegen in denselben Lagerstätten und werden gemeinsam abgebaut. Für Anleger ist daran vor allem eines wichtig. Niemand betreibt eine reine Rhodiummine. Gefördert werden Platin und Nickel, Rhodium fällt dabei ab. Die Fördermenge lässt sich deshalb kaum gezielt an den Rhodiumpreis anpassen.
Rhodium-Produktion weltweit
Die weltweite Förderung ist winzig. Sie liegt bei etwa 20 Tonnen im Jahr, also grob 670.000 Unzen. Bei Gold sind es zum Vergleich mehrere Tausend Tonnen jährlich.
| Jahresproduktion | rund 20 Tonnen (etwa 670.000 Unzen) |
| Wichtigste Förderländer | Südafrika, Russland, Simbabwe |
| Anteil dieser drei Länder | über 80 Prozent der Weltproduktion |
| Gewinnung | Nebenprodukt der Platin- und Nickelverarbeitung |
| Zweite Angebotsquelle | Recycling ausgedienter Katalysatoren |
Südafrika ist mit deutlichem Abstand der wichtigste Lieferant und verfügt über die größten Reserven. Diese Konzentration ist der Grund, warum sich Streiks oder Stromausfälle in den südafrikanischen Minen fast sofort im Preis zeigen.
Die zweite Angebotsquelle ist das Recycling. Aus ausgedienten Autokatalysatoren lässt sich Rhodium mit hoher Ausbeute zurückholen, und dieser Anteil wächst seit Jahren. Bei hohen Kursen lohnt sich das Sammeln alter Katalysatoren so sehr, dass die zurückgewonnene Menge spürbar anzieht.
Beides zusammen erklärt, warum der Markt so eng ist. Die Förderung reagiert kaum auf den Preis, weil Rhodium nur als Beiprodukt anfällt. Und das Recycling braucht Monate, bis es anspringt. Bei unserer Recherche hat uns ehrlich gesagt überrascht, wie wenig Spielraum die Produzenten hier überhaupt haben.
Wie klein 20 Tonnen wirklich sind, zeigt eine einfache Rechnung. Rhodium hat eine Dichte von rund 12,4 Gramm je Kubikzentimeter. Die gesamte Weltjahresproduktion passt damit in einen Würfel mit gut 1,1 Metern Kantenlänge. Der komplette Jahresausstoß eines Metalls, ohne das kein Katalysator die Abgasnorm schafft, hätte also in einem Kleintransporter Platz.
Historische Entwicklung des Rhodiumpreises
Vorab ein Punkt, der oft untergeht. Rhodium wird an keiner Börse gehandelt. Es gibt keinen Terminkontrakt wie bei Gold oder Kupfer und damit auch keinen amtlichen Schlusskurs. Der Preis entsteht als Händlerkotierung der großen Edelmetallverarbeiter, allen voran Umicore und Johnson Matthey. Deshalb weichen die Angaben je nach Quelle voneinander ab, und deshalb sollten Sie sich bei diesem Metall nie auf eine einzelne Zahl versteifen.
Von 2008 bis 2019: Absturz und lange Ruhe
Der Kursverlauf selbst ist eine Achterbahn. 2008 kletterte Rhodium auf rund 10.000 US-Dollar, getragen von einer Automobilnachfrage, die jahrelang nur eine Richtung kannte. Mit der Finanzkrise kippte das Bild innerhalb weniger Monate, der Preis stürzte auf etwa 800 US-Dollar ab.
Danach folgte eine lange, ruhige Phase. Zwischen 2009 und 2019 pendelte die Notierung meist zwischen 1.000 und 2.000 US-Dollar. Die nächste Welle begann um das Pandemiejahr 2020. Im Februar 2020 markierte Rhodium einen ersten Höhepunkt bei etwa 13.000 US-Dollar, 2021 folgte das bisherige Allzeithoch von rund 29.800 US-Dollar je Unze.
Der Absturz nach dem Rekord und die Erholung
Von dort ging es steil bergab. Anfang 2022 lag der Preis noch bei etwa 20.000 US-Dollar, danach kam der tiefere Einbruch. In den Jahren 2023 und 2024 wurde Rhodium nur noch um 4.000 bis 4.500 US-Dollar gehandelt, vor allem wegen der schwachen Autokonjunktur. 2025 und 2026 erholte sich der Kurs wieder. Zum Stand Juli 2026 kotiert Umicore Rhodium bei ungefähr 8.200 US-Dollar je Unze.
Zwischen dem Tief von rund 800 US-Dollar nach der Finanzkrise und dem Hoch von knapp 29.800 US-Dollar im Jahr 2021 liegt ungefähr der Faktor 37. Kein anderes gängiges Edelmetall bewegt sich in dieser Größenordnung. Wer Rhodium ins Depot legt, sollte einen zwischenzeitlichen Wertverlust von 70 Prozent und mehr aushalten können, ohne die Position zu räumen.
Zukunftsaussichten für den Rhodiumpreis
Der Irrtum mit den Elektroautos
Hier muss ein hartnäckiger Irrtum aus dem Weg geräumt werden. Man liest immer wieder, Elektroautos würden die Rhodiumnachfrage anschieben. Das Gegenteil ist der Fall. Rhodium sitzt im Abgaskatalysator, und ein reines Elektroauto hat keinen Auspuff, also auch keinen Katalysator. Jedes verkaufte Elektrofahrzeug ersetzt einen Verbrenner, der Rhodium gebraucht hätte.
Rund 80 Prozent der Nachfrage entfallen auf Autokatalysatoren für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Paradoxerweise hilft dem Metall daher der langsamere Hochlauf der Elektromobilität. In Europa und in den USA bleiben mehr Verbrenner und Hybride im Markt, als noch vor einigen Jahren angenommen wurde, und auch Hybridantriebe brauchen einen Katalysator.
Angebot: sinkende Förderung, wachsendes Recycling
Auf der Angebotsseite stehen sich zwei Kräfte gegenüber. Die südafrikanische Förderung geht seit Jahren zurück, weil die Lagerstätten tiefer und die Betriebskosten höher werden. Gleichzeitig wächst das Recycling, denn aus alten Katalysatoren lässt sich Rhodium gut zurückgewinnen. Steigt der Preis, springt die Recyclingmenge an und dämpft die Rallye.
Ein konkretes Kursziel nennen wir bewusst nicht. Bei einem Markt ohne Börsenpreis, mit einer Handvoll Produzenten und einer einzigen dominierenden Anwendung ist jede Punktprognose Kaffeesatzleserei. Käme es noch einmal zu einer Verknappung wie 2020 und 2021, als bei vielen industriell benötigten Rohstoffen gleichzeitig das Angebot fehlte, wäre ein Vielfaches des heutigen Kurses möglich. Genauso realistisch ist aber, dass Rhodium jahrelang seitwärts läuft.
Wie kann man in Rhodium investieren?
Physisches Rhodium ist für Privatanleger unpraktisch. Der Kauf ist möglich, aber die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis fällt saftig aus, und beim Wiederverkauf sind Sie auf wenige spezialisierte Händler angewiesen.
Näher liegen Derivate, also Futures oder CFDs. Damit setzen Sie auf steigende oder fallende Kurse, ohne das Metall je zu besitzen. Zwei Dinge sollten Sie einkalkulieren. Weil es keinen Börsenpreis gibt, sind die Spreads breiter als bei Gold. Und der Hebel vergrößert Verluste genauso zuverlässig wie Gewinne.
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Der indirekte Weg führt über Aktien von Minen- und Verarbeitungskonzernen, die Platinmetalle fördern. Sie kaufen damit allerdings ein ganzes Unternehmen mit, samt Management- und Währungsrisiko. Wer breiter streuen möchte, findet in unserer Übersicht zu Rohstoff-ETFs Fonds, über die sich Edelmetalle wie Gold oder Platin indirekt halten lassen. Wenn Sie beim Rohstoffhandel gerade erst anfangen, lohnt vorher ein Blick in unseren Einsteigerleitfaden für den Handel mit Rohstoffen.
Was beeinflusst den Rhodiumpreis?
Den Ausschlag gibt fast immer die Industrie, nicht die Stimmung der Anleger. Diese Faktoren bewegen den Kurs am stärksten:
- Autoproduktion und Abgasnormen. Strengere Grenzwerte erhöhen die Rhodiummenge je Katalysator, eine schwache Autokonjunktur senkt die Nachfrage sofort.
- Südafrika. Streiks, Stromausfälle und Grubenunfälle schlagen wegen der Angebotskonzentration unmittelbar durch.
- Recycling. Hohe Preise holen mehr Altkatalysatoren in den Markt und wirken als Bremse.
- Substitution. Wird Rhodium zu teuer, ersetzen Hersteller einen Teil davon durch Palladium oder Platin.
- Geopolitik und Weltkonjunktur. Sanktionen gegen Russland und eine globale Nachfrageschwäche verschieben Angebot und Nachfrage gleichzeitig.
Für Anlegerinnen und Anleger heißt das: Rhodium ist kein Basisinvestment, sondern eine Wette auf einen sehr engen Industriemarkt. Wer hier einsteigt, sollte Kursschwankungen von mehreren Hundert Prozent aushalten können.
Häufige Fragen zu Rhodium
Warum wird Rhodium an keiner Börse gehandelt?
Der Markt ist dafür schlicht zu klein. Bei einer Weltjahresproduktion von rund 20 Tonnen und einer Handvoll Produzenten gäbe es zu wenige Kontrakte, um einen liquiden Terminmarkt zu tragen. Statt eines amtlichen Schlusskurses gibt es deshalb Händlerkotierungen.
Wo finde ich einen verlässlichen Rhodiumpreis?
Die gängigen Referenzen kommen von den großen Edelmetallverarbeitern, allen voran Umicore und Johnson Matthey. Weil jeder Anbieter eigene An- und Verkaufskurse stellt, weichen die Angaben voneinander ab. Nehmen Sie eine einzelne Zahl daher nie als den einen gültigen Preis.
Kann ich physisches Rhodium kaufen?
Ja, es gibt Barren und Schwämme von spezialisierten Händlern. Rechnen Sie allerdings mit einer sehr breiten Spanne zwischen An- und Verkaufspreis. Beim Wiederverkauf sind Sie auf wenige Abnehmer angewiesen, was die Sache unbequem macht.
Profitiert Rhodium von der Elektromobilität?
Nein, es ist genau umgekehrt. Rhodium sitzt im Abgaskatalysator, und ein reines Elektroauto hat keinen. Jeder verkaufte Stromer ersetzt einen Verbrenner, der Rhodium gebraucht hätte. Dem Metall hilft eher ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität.
Warum ist Rhodium oft teurer als Gold?
Weil es viel seltener ist und niemand es gezielt fördert. Rhodium fällt nur als Nebenprodukt der Platin- und Nickelverarbeitung an. Steigt die Nachfrage, lässt sich die Menge kaum erhöhen, und der Preis muss die Anpassung allein leisten.
Gibt es einen Fonds nur auf Rhodium?
Ein breit verfügbares Produkt allein auf dieses Metall ist die Ausnahme. Üblicher sind Wertpapiere auf die Platingruppe insgesamt oder Aktien von Unternehmen, die Platinmetalle fördern und verarbeiten. Beides bildet den Rhodiumpreis nur teilweise ab.
Woher kommt das meiste Rhodium?
Aus Südafrika, Russland und Simbabwe. Diese drei Länder stehen zusammen für über 80 Prozent der Weltproduktion, Südafrika allein für den größten Teil davon. Die zweite Quelle ist das Recycling ausgedienter Autokatalysatoren.
Warum schwankt der Rhodiumpreis so extrem?
Angebot und Nachfrage können beide kaum reagieren. Die Förderung hängt an Platin und Nickel, das Recycling braucht Monate, und rund 80 Prozent der Nachfrage kommen aus einer einzigen Anwendung. Fällt eine Seite aus, gibt es keinen Puffer, und der Preis muss den gesamten Ausgleich übernehmen.
Ist Rhodium für Einsteiger geeignet?
Aus unserer Sicht nicht. Es gibt keinen Börsenpreis, die Spannen sind breit, und Kursverluste von 70 Prozent und mehr sind in diesem Markt vorgekommen. Als kleine Beimischung für erfahrene Anleger mit langem Atem kann es funktionieren, als Basisinvestment nicht.
