Diese Art der Geldanlage eignet sich auch für Einsteiger. Sie müssen keine Terminkontrakte handeln und schon gar nichts physisch besitzen. Es genügt, Anteile eines Fonds zu kaufen, der die Arbeit für Sie übernimmt.
Wenn Sie zum ersten Mal von ETFs hören, lesen Sie am besten zuerst nach, wie und worin Sie mit ETFs investieren können. Der Rest dieses Textes wird dann deutlich leichter verständlich.
Und noch ein Hinweis vorab. Rohstoffe schwanken stärker als ein breiter Aktienindex. Wer damit nicht umgehen kann, sollte den Anteil im Portfolio klein halten.
Kommen wir zu den sieben Tipps.
74-89 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu erlieren.
Was Rohstoff-ETFs von normalen Aktienfonds unterscheidet
Ein klassischer ETF kauft Aktien oder Anleihen. Ein Rohstofffonds kann das nicht, denn Weizen und Kupfer zahlen keine Dividende. Er bildet den Preis also entweder über Terminkontrakte ab oder über physisch hinterlegtes Metall.
Daraus folgt ein Unterschied, den viele Einsteiger übersehen. Fonds auf Basis von Terminkontrakten müssen ihre auslaufenden Kontrakte regelmäßig in den nächsten Liefermonat rollen. Ist der spätere Kontrakt teurer, kostet dieses Rollen Rendite. Über Jahre kann sich daraus eine spürbare Lücke zum reinen Rohstoffpreis auftun.
In Europa kommt eine rechtliche Besonderheit dazu. Ein UCITS-Fonds muss breit streuen, deshalb darf es hierzulande keinen echten ETF geben, der nur Gold oder nur Silber abbildet. Für einzelne Metalle greifen deutsche Anleger stattdessen zu ETCs, also zu besicherten Schuldverschreibungen, die an der Börse wie ein Fonds gehandelt werden.
Der zweite Punkt betrifft die Herkunft der Fonds. Die meisten der unten genannten Produkte sind in den USA aufgelegt. Für Privatanleger in der EU sind US-Fonds ohne europäisches Basisinformationsblatt im normalen Wertpapierhandel in aller Regel nicht direkt kaufbar. Über einen CFD auf denselben Basiswert oder über ein europäisches Gegenstück geht es dagegen meistens schon.
Beim Vergleich der Angebote ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich Broker damit umgehen. Manche zeigen US-Produkte gar nicht erst an, andere lassen sie als CFD zu. Prüfen Sie das vor der ersten Order in der Suche Ihres Brokers, das erspart Ihnen Frust.
Ein ETC (Exchange Traded Commodity) ist rechtlich eine Schuldverschreibung, kein Sondervermögen. In der Praxis ist er meist mit physischem Metall oder mit Sicherheiten hinterlegt und wird an der Börse gehandelt wie ein ETF. Der Unterschied zählt vor allem im Insolvenzfall des Emittenten, deshalb lohnt ein Blick in die Besicherung.
Damit Sie den Überblick behalten, hier zuerst die sieben Bereiche in Kurzform. Die Details folgen anschließend Abschnitt für Abschnitt.
| Bereich | Beispielfonds | Kürzel | Wovon der Kurs abhängt |
|---|---|---|---|
| Öl | United States Oil Fund | USO | Fördermenge, Konjunktur, Politik |
| Gold | SPDR Gold Shares | GLD | Zinsen, Inflation, Krisen |
| Silber | iShares Silver Trust | SLV | Industrienachfrage und Anlagenachfrage |
| Energie breit | Invesco DB Energy Fund | DBE | Öl, Heizöl, Benzin, Erdgas |
| Mais | Teucrium Corn Fund | CORN | Ernten, Wetter, Futtermittelnachfrage |
| Weizen | Teucrium Wheat Fund | WEAT | Ernten, Exportpolitik |
| Grüne Themen | KraneShares Global Carbon ETF | KRBN | Emissionsrechte, Regulierung |
Öl
Öl wird zu Recht als schwarzes Gold bezeichnet. Seit dem 20. Jahrhundert treibt es unsere Zivilisation im wahrsten Sinne des Wortes an. Ohne Öl kommen weder die globale Industrie noch private Haushalte in irgendeinem Land der Welt aus.
Zu den wichtigsten Vorteilen einer Investition in Öl gehört die Möglichkeit, ganz allgemein von steigenden Produktpreisen zu profitieren. Wie das? Ein höherer Ölpreis schlägt sich in den Preisen von nahezu allen Waren nieder, von Backwaren über Kosmetik bis zum Kinderspielzeug. Viele Produkte werden direkt oder indirekt aus Öl hergestellt, und fast alles andere braucht Kraftstoff für den Transport.
Kommen wir zum praktischen Teil. Der Broker eToro bietet den ETF United States Oil Fund (USO), der an der New Yorker Börse gehandelt wird. Weitere Fonds zur Auswahl sind der Vanguard Energy ETF (VDE) und der ProShares Ultra Bloomberg Crude Oil (UCO).
Ein Wort zur Vorsicht bei UCO. Der Fonds arbeitet mit doppeltem Hebel und wird täglich neu ausgerichtet. In seitwärts laufenden Märkten frisst diese tägliche Anpassung Substanz. Als langfristiger Baustein taugt so ein Produkt nicht, als kurzfristiges Werkzeug schon.
VDE ist übrigens gar kein Rohstofffonds, sondern hält Aktien von Energiekonzernen. Das ist ein anderes Risikoprofil, weil Dividenden fließen und Unternehmensentscheidungen mitspielen. Wer sich für diesen Weg interessiert, findet mehr dazu in unserem Beitrag über den Kauf von Ölaktien.
Weitere Informationen finden Sie in unserem vollständigen Leitfaden zum Ölhandel. Dort erfahren Sie, welche Sorten Rohöl es weltweit gibt, welche Hochphasen und Abstürze dieser Rohstoff durchlaufen hat und wie Sie neben ETFs außerdem in Öl investieren können.
Edelmetalle: Gold und Silber
Dieser Tipp ist im Grunde zwei in einem. Er betrifft die beiden bekanntesten Edelmetalle. Sowohl Gold als auch Silber sind gefragte Instrumente zur Wertaufbewahrung, besonders wenn die Inflation hoch ist.
Beide Metalle halten ihren Wert über lange Zeiträume, aber ruhig verläuft das nicht. Gold kann jahrelang seitwärts laufen und dann in wenigen Monaten stark anziehen. Wer Gold kauft, sollte deshalb einen Anlagehorizont von Jahren mitbringen, nicht von Wochen.
Der wohl bekannteste Fonds auf Gold ist SPDR Gold (GLD), erhältlich beim Broker XTB . Alternativen sind der iShares Gold Trust (IAU) und der Goldman Sachs Physical Gold ETF (AAAU).
Für Silber ist der bekannte iShares Silver Trust (SLV) die naheliegende Wahl, erhältlich beim Broker XTB. Wer lieber auf die Produzenten statt auf das Metall setzt, schaut sich den Global X Silver Miners ETF (SIL) an. Minenaktien schwanken allerdings deutlich stärker als das Metall selbst.
Silber hat gegenüber Gold einen wichtigen Unterschied. Ein großer Teil der Nachfrage kommt aus der Industrie, unter anderem aus der Elektronik und der Solarbranche. Läuft die Konjunktur schlecht, fehlt diese Nachfrage, während Gold in solchen Phasen oft gerade dann gesucht ist.
Mitte 2026 lag der Goldpreis bei rund 114 Euro je Gramm, die Feinunze kostete etwa 3.550 Euro. Silber notierte bei rund 58 US-Dollar je Unze und hatte damit die alten Höchststände aus dem Jahr 2011 hinter sich gelassen. Aktuelle Kurse finden Sie in unserer Übersicht der Rohstoffpreise.
Energie
Investitionen in Energie knüpfen an den vorherigen Punkt an, setzen aber nicht alles auf eine Karte. Fällt der Preis eines einzelnen Energieträgers, fangen die anderen Bestandteile den Rückgang teilweise auf. Enthalten sind je nach Fonds leichtes WTI-Rohöl, Heizöl, Benzin und Erdgas.
Ein Beispiel für einen solchen Fonds ist der Invesco DB Energy Fund (DBE). Zu den weiteren Möglichkeiten gehören der Invesco DWA Energy Momentum ETF (PXI) und der Invesco S&P 500 Equal Weight Energy ETF (RYE).
Auch hier lohnt der genaue Blick. DBE hält Terminkontrakte auf die Rohstoffe selbst, PXI und RYE halten Aktien von Energieunternehmen. Das eine folgt dem Rohstoffpreis, das andere den Gewinnen der Konzerne. In manchen Marktphasen laufen beide Wege sehr weit auseinander.
Erdgas verdient eine eigene Warnung. Der Preis reagiert extrem auf Wetter, Speicherstände und Lieferwege, und Fonds auf Erdgas gehören zu den Produkten mit den größten Rollverlusten überhaupt. Für ein Basisdepot ist das nichts.
Mais
Mais ist eine landwirtschaftliche Nutzpflanze mit globaler Bedeutung. Neben Lebensmitteln für Menschen dient er als Futter für Nutztiere und als Rohstoff für Ethanol. Dadurch beeinflusst er indirekt auch die Preise anderer Produkte, vom Schweinefleisch bis zum Kraftstoff.
Einer der wenigen Fonds zu diesem Rohstoff ist der US-amerikanische Teucrium Corn Fund (CORN), den Sie bereits ab einem Anteil bei eToro kaufen können.
Bevor Sie zugreifen, sollten Sie sich mit der erwarteten Entwicklung des Maispreises vertraut machen. Im verlinkten Artikel finden Sie den aktuellen Preis, die historische Entwicklung und einen Überblick darüber, wofür der Rohstoff verwendet wird.
Agrarrohstoffe folgen einem eigenen Rhythmus. Aussaat, Wetter im Sommer, Ernte im Herbst. Wer hier einsteigt, sollte wissen, dass ein einziger Wetterbericht aus dem Mittleren Westen der USA den Kurs innerhalb von Stunden bewegen kann.
Weizen
Weizen muss man nicht vorstellen, er ist einer der Grundbausteine unserer Ernährung. Der Preis hängt an den Ernten der großen Exportländer, am Wetter und an der Politik in der Schwarzmeerregion. Bevor Sie den unten genannten Fonds kaufen, können Sie in unserem Artikel nachlesen, welche Sorten es gibt und wie Weizen verwendet wird.
Konkrete Preisziele nennen wir bei Weizen bewusst nicht. Prognosen zu Agrarrohstoffen sind schon nach einer einzigen Ernte überholt, und eine Zahl, die heute mutig klingt, wirkt in zwölf Monaten oft nur noch peinlich.
In Weizen können Sie investieren, indem Sie den ETF Teucrium Wheat Fund (WEAT) kaufen, zum Beispiel über die Web- oder Mobilanwendung des Brokers eToro.
Ein realistischer Hinweis zum Schluss dieses Abschnitts. Agrarfonds eignen sich eher als kleine Beimischung. Als Kern eines Depots haben sie sich in der Vergangenheit nicht bewährt, dafür schwanken sie zu stark und liefern über lange Zeiträume zu wenig.
Grüne Zukunft
In den Vereinigten Staaten und in der Europäischen Union wird laufend über Maßnahmen für eine grüne Zukunft gesprochen. Anleger können auf dieser Welle mitfahren. Es gibt Fonds, die sich auf Emissionsrechte konzentrieren, und andere, die Aktien von Unternehmen halten, die bestimmte ökologische Kriterien erfüllen.
Zu den bekanntesten Vertretern gehören der KraneShares Global Carbon ETF (KRBN) und der iShares Global Clean Energy ETF (ICLN). KRBN bildet Preise für Emissionszertifikate ab, ICLN hält Aktien aus dem Bereich saubere Energie.
Ehrlich gesagt hat uns diese Kategorie in der Vergangenheit am wenigsten überzeugt. Der Sektor hängt sehr stark an politischen Entscheidungen, und wenn Fördergelder gekürzt werden, spürt man das im Kurs sofort. Wer hier investiert, wettet auch auf Politik, nicht nur auf Technologie.
Langfristig bleibt das Potenzial trotzdem vorhanden. Emissionsrechte werden in der EU planmäßig knapper, und Knappheit hat auf lange Sicht meist eine Richtung. Sicher lässt sich das nicht beurteilen, aber die Logik dahinter ist nachvollziehbar.
Fonds mit grünem Etikett sind kein einheitliches Produkt. Zwei Fonds mit ähnlichem Namen können völlig unterschiedliche Unternehmen halten. Schauen Sie in die Liste der größten Positionen, bevor Sie kaufen, sonst besitzen Sie am Ende etwas anderes als gedacht.
Diversifizieren Sie
Der letzte Tipp kombiniert im Grunde alle vorherigen. Anleger kaufen Anteile von Fonds, die ihr Kapital breit über viele verschiedene Rohstoffe streuen, häufig auch über strategisch wichtige Metalle.
Diversifikation ist deshalb so wichtig, weil sich nicht immer alle Bereiche gleichzeitig gut entwickeln. Sie vermeiden damit Phasen, in denen Ihr gesamtes Depot leidet, nur weil ein einzelner Rohstoff eine schwache Saison hatte.
Konkrete Beispiele für solche breit investierenden Fonds sind der Invesco Optimum Yield Diversified Commodity Strategy (PDBC) und der First Trust Global Tactical Commodity Strategy Fund (FTGC).
Für europäische Anleger gibt es außerdem breit gestreute Rohstoffindizes in UCITS-Form. Sie bilden meist einen Korb aus Energie, Metallen und Agrarrohstoffen ab und sind über deutsche Handelsplätze regulär handelbar. Das ist für die meisten Einsteiger der bequemere Weg.
Wenn Sie mit Rohstoffen erst anfangen, würden wir mit einem breit gestreuten Korb starten und erst später einzelne Bereiche ergänzen. Ein Anteil von etwa fünf bis zehn Prozent am Gesamtdepot reicht den meisten Anlegern völlig. Mehr braucht es selten, und weniger fällt kaum ins Gewicht.
Kosten, Zugang und Steuern
Über die Kosten wird bei Rohstofffonds zu selten gesprochen. Die laufende Gebühr liegt bei diesen Produkten typischerweise deutlich über dem, was ein simpler Aktienindexfonds verlangt. Der Grund ist der Aufwand mit den Terminkontrakten und der Lagerung.
Dazu kommen die Rollkosten, die in keiner Gebührenübersicht auftauchen. Sie stecken direkt in der Wertentwicklung. Vergleichen Sie deshalb nicht nur die ausgewiesene Gebühr, sondern schauen Sie sich an, wie der Fonds über mehrere Jahre im Vergleich zum reinen Rohstoffpreis gelaufen ist.
Beim Zugang entscheidet der Broker. Bei einem Broker sehen Sie ein US-Produkt gar nicht, beim nächsten steht es als CFD bereit, beim dritten finden Sie ein europäisches Gegenstück mit demselben Basiswert. Ein Blick in die Instrumentenliste vor der Kontoeröffnung spart Zeit.
Steuerlich behandelt Deutschland Kapitalerträge über die Abgeltungsteuer von 25 Prozent, dazu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro je Person und bei 2.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung. Bei ausländischen Fonds und bei ETCs kann die Behandlung von diesem Grundfall abweichen, unter anderem weil die Teilfreistellung für Aktienfonds hier nicht greift.
Steuerliche Angaben in diesem Artikel sind eine allgemeine Orientierung und kein Ersatz für eine Beratung. Gerade bei ausländischen Fonds, bei ETCs und bei physischen Metallen hängt viel vom Einzelfall ab. Lassen Sie Ihre konkrete Situation von einem Steuerberater prüfen, bevor Sie größere Beträge investieren.
Häufige Fragen zu Rohstoff-ETFs
Kann ich als deutscher Anleger US-Rohstofffonds kaufen?
Im normalen Wertpapierhandel meist nicht, weil diesen Produkten das europäische Basisinformationsblatt fehlt. Über CFDs auf denselben Basiswert oder über ein europäisches Gegenstück ist die Beteiligung dagegen in der Regel möglich. Was Ihnen konkret zur Verfügung steht, zeigt Ihnen die Suche Ihres Brokers.
Warum gibt es keinen echten Gold-ETF aus Europa?
Weil ein UCITS-Fonds sein Vermögen streuen muss und ein Fonds auf ein einziges Metall diese Vorgabe nicht erfüllt. Deshalb laufen Gold und Silber in Europa über ETCs, also über besicherte Schuldverschreibungen. Praktisch handeln Sie die genauso wie einen Fonds.
Was sind Rollverluste?
Fonds auf Basis von Terminkontrakten müssen auslaufende Kontrakte in den nächsten Liefermonat tauschen. Ist der neue Kontrakt teurer als der alte, bekommt der Fonds für dasselbe Geld weniger Ware. Über Jahre kann daraus ein spürbarer Rückstand gegenüber dem reinen Rohstoffpreis entstehen.
Wie hoch sollte der Rohstoffanteil im Depot sein?
Eine feste Regel gibt es nicht, viel hängt vom Anlagehorizont und von der Risikobereitschaft ab. Für die meisten Privatanleger ist ein einstelliger Prozentanteil ein sinnvoller Rahmen. Rohstoffe sind als Beimischung gedacht und nicht als Kern des Depots.
Sind Rohstofffonds ein Schutz gegen Inflation?
Teilweise. In Phasen stark steigender Energiepreise haben Rohstoffe historisch oft besser abgeschnitten als Anleihen. Eine Garantie ist das nicht, denn der Zusammenhang gilt nicht in jeder Inflationsphase gleich stark.
Lohnt sich der Einstieg über einen Sparplan?
Bei breit gestreuten Rohstoffkörben ist ein regelmäßiger Kauf durchaus sinnvoll, weil er den Einstiegszeitpunkt entschärft. Bei einzelnen Agrarrohstoffen oder gehebelten Produkten raten wir davon ab. Mehr zum Vergleich der Methoden finden Sie in unserem Beitrag über regelmäßiges Investieren gegenüber der Einmalanlage.


