Der eine bildet den US-amerikanischen Index S&P 500 ab, der andere konzentriert sich auf den globalen Index MSCI World. Obwohl beide Instrumente eine breite Risikostreuung und langfristiges Wachstum bieten, unterscheiden sie sich in ihrer Struktur und ihrem Verhalten in verschiedenen Wirtschaftsphasen.
S&P 500 – die größten Unternehmen des US-Marktes und die Rolle der Technologieführer
Ein ETF, der den Index S&P 500 nachbildet, verfolgt die Entwicklung der fünfhundert größten US-amerikanischen Unternehmen, die zusammen einen bedeutenden Teil der weltweiten Aktienmärkte ausmachen. Die Vereinigten Staaten gelten langfristig als Motor der Weltwirtschaft und als Innovationsführer. Das spiegelt sich naturgemäß auch in der Entwicklung der US-Aktienmärkte wider. In den vergangenen Jahren standen vor allem Technologieriesen an der Spitze des Index, deren Marktkapitalisierung enorm ist. Sie haben einen außergewöhnlich starken Einfluss auf die Entwicklung des gesamten Index.
Die Konzentration dieses Index hat Vor- und Nachteile. Einerseits erhält der Anleger die Möglichkeit, am schnellen Wachstum des Technologiesektors teilzuhaben, der weltweit häufig zu den leistungsstärksten Segmenten gehört. Dadurch kann der S&P 500 in Phasen wirtschaftlicher Stärke deutlich überdurchschnittliche Renditen erzielen, insbesondere wenn es den Technologieführern gelingt, neue Produkte einzuführen oder in neue Märkte zu expandieren. Andererseits bedeutet diese Konzentration eine höhere Empfindlichkeit gegenüber einer möglichen Abschwächung der US-Wirtschaft oder regulatorischen Eingriffen gegen Technologieunternehmen. Anleger müssen daher mit höherer Volatilität und damit auch mit schnelleren und stärkeren Wertschwankungen ihres Portfolios rechnen.
Dennoch kann der S&P 500 als stark diversifizierter Index gelten, da er Unternehmen aus zahlreichen Branchen enthält, vom Gesundheitswesen über Finanzen bis hin zu Industrie und Energie. Der Einfluss einiger dominanter Unternehmen an der Spitze des Index bleibt jedoch ein wichtiger Faktor für seine Entwicklung.
MSCI World – breitere geografische Diversifikation
Daneben gibt es den Index MSCI World, der Unternehmen aus entwickelten Volkswirtschaften weltweit umfasst. Zwar entfallen auch hier rund zwei Drittel der Gewichtung auf die Vereinigten Staaten, der Index wird jedoch zusätzlich durch Unternehmen aus Europa, Japan, Kanada oder Australien ergänzt. Diese geografische Diversifikation hilft, das Risiko zu senken, das mit der Entwicklung nur einer einzelnen Volkswirtschaft oder eines einzelnen Sektors verbunden ist.
Der Vorteil dieses Ansatzes liegt in einer stabileren langfristigen Entwicklung. Während der S&P 500 stark von der Wertentwicklung weniger Unternehmen beeinflusst werden kann, verteilt der MSCI World das Risiko auf Dutzende unterschiedliche Volkswirtschaften und Branchen. Das kann besonders für Anleger attraktiv sein, die eine konservativere Lösung suchen und eine ausgewogenere Portfoliodynamik bevorzugen. Andererseits wächst dieser globale Index in der Regel langsamer als der S&P 500.
Modellsituation: regelmäßiges Investieren
Ein Modellanleger kauft alle drei Monate für 100 USD den ausgewählten ETF, regelmäßig und unabhängig von der aktuellen Marktlage. In den letzten fünf Jahren, vom 1. Oktober 2020 bis zum 1. Oktober 2025, tätigt er zwanzig Käufe und investiert damit insgesamt 2.000 USD, also etwa 1.950 EUR.
Dieser Ansatz, der als Durchschnittskosteneffekt oder Dollar-Cost-Averaging, kurz DCA, bezeichnet wird, beseitigt die Notwendigkeit, den Markt zu beobachten und zu entscheiden, wann der ideale Zeitpunkt für einen Kauf ist. Der Anleger kauft dadurch automatisch sowohl in Aufwärts- als auch in Abwärtsphasen und glättet so seinen durchschnittlichen Einstiegspreis. In der Praxis bedeutet das, dass er bei fallenden Märkten für denselben Betrag mehr Fondsanteile kauft.
Wendet man diesen Ansatz auf eine Anlage in einen ETF an, der den Index MSCI World abbildet, ergibt sich für die regelmäßige Investition in den vergangenen fünf Jahren eine ungefähre Wertsteigerung von rund 86 %. Aus den ursprünglichen 2.000 USD wäre der Wert der Anlage damit auf etwa 3.720 USD gestiegen. Beim dynamischeren Index S&P 500 hätte dieselbe regelmäßige Anlage dank der höheren Wertentwicklung in diesem Zeitraum zu einem noch höheren Orientierungswert geführt, zum Beispiel 3.800 USD.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass eine höhere Rendite meist mit höherer Volatilität und damit mit größeren Kursschwankungen einhergeht, beim S&P 500. Ein Anleger, der einen ruhigeren Verlauf und geringere Schwankungen bevorzugt, kann daher die globale Diversifikation des MSCI World schätzen, während ein dynamisch ausgerichteter Anleger eher den leistungsstärkeren, aber riskanteren S&P 500 bevorzugen kann.
Einmalanlage
Wenn Sie einmalig 2.000 USD in den MSCI World investiert hätten, hätten Sie im genannten Zeitraum von 5 Jahren 1.950 USD verdient. Beim Index S&P 500 hätte der Gewinn 2.200 USD betragen.
Vergleich: Einmalanlage vs. regelmäßige Anlagen
Vergleichen wir regelmäßige Käufe mit einer Einmalanlage von 2.000 USD, etwa 1.950 EUR, zu Beginn des Anlagezeitraums am 1. Oktober 2020, ist es in einer Phase starken Marktwachstums in der Regel vorteilhafter, alles auf einmal zu investieren. Das Kapital kann dadurch länger arbeiten und vollständig am Marktwachstum teilhaben.
Im Fall des Fonds MSCI World hätte eine Einmalanlage von 2.000 USD in unserem Modellbeispiel einen Wert von 3.950 USD erreichen können, was einer Wertsteigerung von 97,5 % entspricht. Damit hätte sie die regelmäßigen Käufe, 3.720 USD, übertroffen.
Beim S&P 500 wäre der Unterschied noch deutlicher gewesen: Eine Einmalanlage hätte bis zu 4.200 USD erreichen können. Das bedeutet, dass Sie deutlich mehr verdient hätten, wenn Sie den S&P 500 vor fünf Jahren einmalig gekauft hätten, als wenn Sie schrittweise investiert hätten.
Wenn es Ihnen jedoch nicht gelingt, den Kauf richtig zu timen, kann das Ergebnis umgekehrt ausfallen. Dann zahlt sich ein schrittweiser Kauf stärker aus. Da es oft schwierig ist, den richtigen Kaufzeitpunkt zu treffen, erzielen regelmäßige Käufe stabilere Renditen.
Vergleich der beiden genannten Strategien in einer übersichtlichen Tabelle
Es handelt sich um den Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis zum 1. Oktober 2025.
| Strategie | Index (ETF) | Wie haben wir investiert? | Einzahlung | Endwert | Gewinn in USD |
|---|---|---|---|---|---|
| Regelmäßig (DCA) | MSCI World | 100 USD alle 3 Monate | 2.000 USD | 3.720 USD | + 1.720 USD |
| Einmalig | MSCI World | 2.000 USD sofort zu Beginn | 2.000 USD | 3.950 USD | + 1.950 USD |
| Regelmäßig (DCA) | S&P 500 | 100 USD alle 3 Monate | 2.000 USD | 3.800 USD | + 1.800 USD |
| Einmalig | S&P 500 | 2.000 USD sofort zu Beginn | 2.000 USD | 4.200 USD | + 2.200 USD |
Hinweis zu Gebühren
Ergänzen wir noch einen wichtigen Hinweis zu Gebühren. Es ist zu beachten, dass bei jedem Kauf von ETF oder Aktien die Kaufprovision, also die Gebühr des Brokers, berücksichtigt werden muss.
Da jeder Broker eine andere Gebührenstruktur hat, ob fest, prozentual oder mit kostenlosen Käufen, sind diese Provisionen in unseren Modellbeispielen nicht enthalten. Bei häufigen regelmäßigen Käufen können sie die Gesamtrendite jedoch erheblich beeinflussen.
Abschließende Zusammenfassung
Der MSCI World bietet eine breite geografische Diversifikation, niedrigere Volatilität und ausgewogeneres Wachstum. Der S&P 500 kann eine höhere Rendite bieten, bringt aber auch ein potenziell höheres Risiko und eine stärkere Abhängigkeit von der Entwicklung der US-Wirtschaft und des Technologiesektors mit sich.
Regelmäßiges Investieren eignet sich für Anleger, die ihr Portfolio schrittweise aufbauen und den Einfluss des Markttimings minimieren möchten. Eine Einmalanlage kann bei stark steigenden Märkten vorteilhafter sein, wenn das Kapital sofort in voller Höhe arbeitet.
Dieselben Prinzipien gelten auch beim Investieren in einzelne Aktien. In diesem Fall wählt der Anleger die Unternehmen jedoch selbst aus und trägt die volle Verantwortung für seine Entscheidungen. Das bringt ein höheres Risiko mit sich, insbesondere wegen der geringeren Diversifikation. ETF senken dieses Risiko deutlich, da sie bereits eine breite Streuung der Anlagen enthalten.
Investieren ist eine persönliche Angelegenheit jedes Einzelnen. Es wird immer von den individuellen Zielen, der Risikotoleranz, der Länge des Anlagehorizonts und der gesamten finanziellen Situation jedes Anlegers beeinflusst.
Dieser Artikel dient als Vergleich verschiedener Ansätze und zeigt, wie unterschiedliche Strategien das langfristige Ergebnis beeinflussen können. Er stellt jedoch weder eine Anlageempfehlung noch eine Anlageberatung dar.
