Wie und wann Sie mit Investitionen in Gold beginnen
Investitionen in Gold gehören zu den ältesten und traditionellsten Anlageformen überhaupt. Auch deshalb ist Gold eine der langfristig meistgehandelten Rohstoffe. Gold gilt bei vielen Fachleuten seit Langem als sichere Anlage, die Sie vor Inflation schützen kann. Wenn Sie sich entscheiden, in Gold zu investieren, sollten Sie sich bewusst machen, dass es sich nicht um eine kurzfristige Anlage handelt.
Der Einstieg in Goldinvestitionen kann je nach individuellen Umständen unterschiedlich aussehen. Allgemein gilt jedoch, dass es sinnvoll ist, Gold als Bestandteil eines langfristigen Anlageplans zu nutzen. Idealerweise ist Ihre finanzielle Situation stabil und Sie verfügen über ausreichend Mittel, die Sie investieren können und in den nächsten Jahren nicht benötigen. Wichtig ist auch, dass Gold im Preis schwanken kann und eine Investition in Gold immer durch weitere Anlagen ergänzt werden sollte, damit Ihr Anlageportfolio ausreichend diversifiziert ist.
Vor- und Nachteile von Investitionen in Gold
Beginnen wir mit den Vorteilen. Einer der wichtigsten Vorteile besteht darin, dass Gold allgemein und weltweit als relativ sichere Anlage gilt. Das gilt nicht nur für professionelle Anleger, sondern auch für Privatpersonen oder Haushalte. Wer hat schließlich nicht zumindest ein paar goldene Ohrringe von der Großmutter zu Hause? Gold tendiert dazu, in Zeiten zuzulegen, in denen beispielsweise die Aktienmärkte fallen.
Ein weiterer Vorteil von Investitionen in Gold ist seine in gewissem Maß hohe Unabhängigkeit von anderen Anlageklassen wie Aktien oder Rohstoffen (Öl, Gas). Gold besitzt einen eigenen Wert, der weniger stark von wirtschaftlichen Faktoren und politischen Turbulenzen beeinflusst wird, die sich auf andere genannte Anlageklassen oder sogar auf ganze Wirtschaftszweige auswirken können. Gold bietet die Möglichkeit, Ihr Portfolio zu diversifizieren, wodurch Sie das Gesamtrisiko Ihrer Anlagen auf mehrere Vermögenswerte verteilen können.
Ein Vorteil besteht bei physischem Gold auch in der tatsächlichen „physischen Verfügbarkeit“ von Goldbarren. Das bedeutet, dass zwischen dem Anleger und der Anlage kein Vermittler stehen muss. Dadurch entfällt das Risiko unvorhersehbarer Ereignisse wie einer Bankenpleite, einer Brokerinsolvenz oder beispielsweise der Zahlungsunfähigkeit von Gläubigern des Anlegers, wenn Sie indirekt in Gold investieren.
Eine Investition in Gold hat wie jede Anlage auch bestimmte Nachteile. Der erste besteht darin, dass Gold keine Dividenden oder Zinsen abwirft. Der Anleger erhält aus dieser Anlage also kein regelmäßig ausgezahltes Einkommen.
Wenn Sie Gold in physischer Form kaufen, müssen Sie mit bestimmten Lagerkosten rechnen. Diese können je nach Umfang Ihrer Investition und der gewählten Art der Aufbewahrung variieren, etwa nach Anzahl der Goldbarren, Lagerung zu Hause zum Beispiel in einem Tresor oder bei einer Bank. Die Kosten müssen bei der Berechnung der gesamten Nettorendite dieser Investition abgezogen werden. Damit verbunden ist auch das Risiko von Verlust oder Diebstahl physischen Goldes im Vergleich zu seiner „papierbasierten“ Form.
Goldhandel über Aktien
An den Aktienmärkten werden viele Unternehmen gehandelt, die sich auf den Goldabbau und die Exploration von Goldvorkommen konzentrieren. Konkrete Beispiele sind die folgenden Unternehmen, die an der Börse in New York (NYSE) gehandelt werden. In Klammern nennen wir den Ticker der jeweiligen Aktie und eine kurze Beschreibung.
- Barrick Gold Corporation (GOLD) – ein kanadisches Bergbauunternehmen mit Schwerpunkt auf der Förderung von Gold, Kupfer und Zink.
- Newmont Corporation (NEM) – eines der größten Bergbauunternehmen der Welt, fördert Gold, Kupfer, Silber, Zink und Blei und ist in Nord- und Südamerika, Australien sowie Afrika tätig.
- Franco-Nevada Corporation (FNV) – ein kanadisches Unternehmen, das sich auf die Förderung von Edelmetallen und mineralischen Rohstoffen spezialisiert hat und außerdem Bergbauprojekte finanziert. Das Unternehmen verfügt über ein Projektportfolio mit Gold, Silber, Platin oder dem seltenen Palladium. Die Förderung erfolgt weltweit.
Eine Investition in „Goldaktien“ folgt in der Regel logischerweise der Entwicklung des Goldpreises. Ähnlich wie bei ETF muss jedoch weiterhin auch die aktuelle „Gesundheit“ des Unternehmens berücksichtigt werden, also ob ihm eine Insolvenz droht, welche Handelsmargen es hat und Ähnliches. Finanzielle Faktoren können den Kurs gegebenenfalls von der Entwicklung des Goldpreises abweichen lassen. Anleger sollten daher vorsichtig sein und sich stets mit den verfügbaren Finanzergebnissen des Unternehmens beschäftigen, in das sie auf diese Weise investieren möchten.
Goldhandel über ETF
Der Handel mit ETF beziehungsweise Exchange-Traded Funds, die an dieses Edelmetall gekoppelt sind, ist eine beliebte Möglichkeit, in Gold zu investieren.
„Gold-ETF“ sind Fonds, also börsengehandelte Gesellschaften, die auf eine der folgenden Arten in Gold investieren:
- Kauf und Halten von Aktien anderer börsengehandelter Unternehmen, typischerweise von Goldproduzenten.
- Halten von gekauftem physischem Gold. Der Fonds hat in diesem Fall echtes physisches Gold in seinem Portfolio.
- Handel mit Gold-Futures. Der Fonds besitzt somit kein physisches Gold, sondern nur Derivate.
ETF sind allgemein liquider als physisches Gold. Sie können daher ohne größere Verzögerung an der Börse zu relativ niedrigen Kosten gekauft oder verkauft werden. Beachten Sie jedoch, dass es sich in diesem Fall um den Kauf von Aktien handelt und der Preis bei anderen Einflüssen nicht immer zu 100 % mit Gold übereinstimmen muss, etwa bei finanziellen Schwierigkeiten des Fonds.
Nennen wir Beispiele bedeutender Gold-ETF. In Klammern ist jeweils der Aktienticker angegeben.
- SPDR Gold Trust (GLD) – es handelt sich um den größten Gold-ETF der Welt. Der Fonds besitzt physisches Gold in Lagerstätten in London, New York und Toronto. Er wurde 2004 gegründet.
- iShares Gold Trust (IAU) – dieser Fonds wird von BlackRock verwaltet und besitzt ebenfalls physisches Gold. Er wurde 2005 gegründet.
Goldhandel über ETP und ETC
Ein ETP beziehungsweise Exchange-Traded Product ist ein Anlageprodukt, im Fall von Gold im Grunde ein „Bezugsrecht“ typischerweise auf eine Feinunze (1 oz, 31,1 Gramm) dieses Edelmetalls. Ein ETP ermöglicht Anlegern, mit dem Basiswert zu handeln, in diesem Fall mit Gold, ohne es physisch besitzen zu müssen. Gehandelt wird damit „Papiergold“ zu seinem aktuellen Marktpreis. Ein Anleger kann ein ETP jederzeit während der Handelszeiten der Börse kaufen oder verkaufen.
Die Abkürzung ETC steht für „Exchange-Traded Commodity“, also börsengehandelte Rohstoffe. Im Vergleich zu einem ETP hat der Emittent dieser Art von Wertpapier physisches Gold tatsächlich gekauft und eingelagert, zum Beispiel bei einer Bank.
Goldhandel mit Futures
Investitionen in Gold mithilfe von Futures zählen allgemein eher zu den Handelsformen für fortgeschrittene Anleger.
Zunächst müssen Sie einen Markt beziehungsweise eine Börse auswählen, an der an Gold gekoppelte Futures-Kontrakte gehandelt werden. Als Beispiele können wir die COMEX-Börse in New York in den USA oder TOCOM mit Sitz in Tokio, Japan, nennen.
Anschließend wählen Sie Gold-Futures nach Fälligkeit und der durch den Kontrakt repräsentierten Goldmenge aus, idealerweise entsprechend Ihren Anlagezielen. Die Fälligkeit liegt in der Regel am Ende eines festgelegten Monats. Für den eigentlichen Futures-Handel benötigen Sie ein Konto bei einem Broker, der an den entsprechenden Futures-Märkten registriert ist. Bevor Sie mit Futures investieren, sollten Sie auch prüfen, welche Gebühren die von Ihnen gewählte Börse und der Broker erheben.
Handel mit physischem Gold
Es gibt mehrere Möglichkeiten, in physisches Gold zu investieren. Die wohl am weitesten verbreitete ist der Kauf von Goldbarren. Am häufigsten wird ein Barren mit einem Gewicht von einer Feinunze gekauft, also etwa 31,1 Gramm. Es gibt aber auch andere Gewichte, bei kleineren Barren zum Beispiel 1, 5 oder zehn Gramm, bei größeren 100 g oder 1 kg. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf von Sammlerstücken aus Gold, typischerweise Münzen, die häufig von staatlichen Münzprägestätten ausgegeben werden. Alternativen sind verschiedene Goldschmuckstücke, Plaketten oder andere Erinnerungsstücke.
Der Hauptnachteil beim Kauf von physischem Gold sind hohe Spreads, also eine große Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis. Diese Differenz liegt in der Regel im niedrigen einstelligen Prozentbereich, was um ein Vielfaches mehr ist als beim Handel mit ETC auf Gold. Grundsätzlich gilt: Je schwerer der Barren oder je wertvoller die Münze ist, die Sie kaufen, desto niedriger ist in der Regel der Spread.


