CFDs sind vor allem deshalb beliebt, weil sie Spekulationen sowohl auf steigende als auch auf fallende Märkte ermöglichen, und das zudem mit relativ wenig Kapital. Gleichzeitig gilt aber, dass genau diese Flexibilität auch ein höheres Risiko mit sich bringt. Deshalb erklären wir in diesem Artikel alles einfach, Schritt für Schritt und ohne unnötige Versprechen.
Wie funktioniert ein CFD (Contract for Difference)?
In der Rolle als Trader spekulieren Sie auf die zukünftige Kursbewegung eines Basiswerts, zum Beispiel eines Währungspaars, eines Rohstoffs, einer Aktie oder einer Kryptowährung. Es handelt sich dabei aber nicht um den klassischen Kauf und das Halten des Basiswerts. Bei CFDs interessiert Sie nicht das Eigentum selbst, sondern nur die Differenz zwischen dem Kurs beim Öffnen und beim Schließen des Trades.
Vereinfacht gesagt versuchen Sie, einen Trade zu einem bestimmten Kurs zu eröffnen und ihn später zu einem günstigeren Kurs zu schließen. Bewegt sich der Kurs in die Richtung, die Sie erwartet haben, realisieren Sie einen Gewinn. Bewegt er sich in die entgegengesetzte Richtung, entsteht ein Verlust. CFDs ermöglichen nicht nur den Kauf (Spekulation auf steigende Kurse), sondern auch den Verkauf (Spekulation auf fallende Kurse), was einer der Hauptgründe für ihre Beliebtheit ist.
Wie können Sie etwas verkaufen, das Sie nicht besitzen?
Diese Frage stellt sich fast jedem Anfänger, und sie ist völlig logisch. Bei CFDs verkaufen Sie in Wirklichkeit aber nichts physisch. Wenn Sie in der Plattform des Brokers auf die Schaltfläche „Verkaufen“ klicken, eröffnen Sie lediglich eine Position, die dann gewinnt, wenn der Kurs des Basiswerts fällt.
CFD-Handel können Sie sich als eine Vereinbarung mit dem Broker darüber vorstellen, in welche Richtung sich der Kurs bewegt. Sie kümmern sich nicht um die Lagerung von Gold, die Übertragung von Aktien oder den Besitz einer Währung. Sie kümmern sich nur um das Ergebnis der Kursbewegung.
Wer ist ein CFD-Broker?
Ein CFD-Broker ist ein Unternehmen, das Ihnen ermöglicht, diese Trades auszuführen. Er stellt eine Handelsplattform, den Marktzugang und die technischen Werkzeuge bereit, die Sie für den Handel benötigen. Der Broker sorgt außerdem für die Abrechnung der Differenz zwischen Ein- und Ausstiegskurs des Trades.
Sein Ertrag ergibt sich in der Regel aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, dem sogenannten Spread. Dieses Prinzip funktioniert ähnlich wie in einer Wechselstube und ist an den Finanzmärkten völlig üblich. Wenn Sie sich also in einer Wechselstube den An- und Verkaufskurs ansehen, stellen Sie fest, dass die Wechselstube zu einem niedrigeren Kurs ankauft, als sie verkauft. Auf diese Weise erzielt sie Gewinn, und ein CFD-Broker funktioniert nach demselben Prinzip.
Was ist der Spread?
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, zum Beispiel bei einer Währung oder einer Aktie. Er zeigt, um wie viel sich der Kurs unterscheidet, zu dem Sie etwas kaufen können, von dem Kurs, zu dem Sie es verkaufen können. Je kleiner der Spread ist, desto günstiger ist der Handel.
Eigenschaften des CFD-Handels
Eine der typischen Eigenschaften von CFDs ist, dass sie keine festgelegte Laufzeit bis zum Verfall haben. Sie können den Trade so lange offen halten, wie es Ihnen passt, oder solange es die verfügbare Margin erlaubt. Einige Broker begrenzen jedoch die Dauer einer offenen CFD-Position zum Beispiel auf ein Jahr. Daher sollten Sie sich vorab beim Kundensupport des jeweiligen Brokers informieren, welche zeitliche Begrenzung auf der Plattform gilt. Außerdem können Sie im Voraus eine Grenze für den maximalen Verlust (Stop-Loss) oder einen Zielgewinn (Take-Profit) festlegen, wodurch Sie mehr Kontrolle über das Risiko erhalten.
Eine weitere wichtige Eigenschaft ist die Tatsache, dass Sie den Basiswert niemals besitzen. Sie investieren also nicht langfristig, sondern spekulieren auf die Kursbewegung. Das bringt Vorteile in Form von Flexibilität, aber auch höhere Anforderungen an Disziplin und Risikomanagement mit sich.
CFDs sind zudem eng mit dem Hebel verbunden, der es ermöglicht, ein größeres Volumen zu handeln, als Sie tatsächlich auf dem Konto haben. Gerade der Hebel ist der Hauptgrund, warum CFDs als risikoreiches Instrument gelten. Denn der Hebel vervielfacht sowohl Ihren Gewinn als auch Ihren Verlust.
Beispiel für einen CFD-Trade: Gold, Hebel 1:20
Stellen wir uns ein konkretes Beispiel vor, das Ihnen das Prinzip besser verständlich macht. Nehmen wir an, Sie möchten Gold handeln und haben 100 GBP auf dem Konto. Der Broker ermöglicht Ihnen, einen Hebel von 1:20 zu nutzen.
Dank dieses Hebels können Sie einen CFD-Trade auf Gold im Wert von 2.000 GBP eröffnen. Bewegt sich der Goldpreis um 1 % zu Ihren Gunsten, bedeutet das einen Gewinn von ungefähr 20 GBP. Das ist eine Rendite von 20 % auf Ihr ursprüngliches Kapital.
Es ist aber wichtig, sich auch das gegenteilige Szenario bewusst zu machen. Wenn sich der Goldpreis um 1 % gegen Sie bewegt, erleiden Sie einen Verlust von 20 GBP. Bei einer stärkeren Marktbewegung kann es daher sehr schnell passieren, dass Sie einen wesentlichen Teil des Kontos verlieren. Genau deshalb ist es bei CFDs absolut entscheidend, Stop-Loss zu verwenden und mit Vernunft zu handeln.
Risiken des CFD-Handels
CFDs sind nicht für jeden Anleger geeignet. Die Kombination aus Hebel, Marktvolatilität und menschlichen Emotionen führt dazu, dass ein erheblicher Teil der Privatanleger mit Verlust endet. Das bedeutet nicht, dass man CFDs nicht erfolgreich handeln kann, aber sie erfordern Wissen, Disziplin und realistische Erwartungen.
Wenn Sie mit CFDs beginnen, ist es immer sinnvoll, zunächst ein Demokonto zu nutzen und nur Geld zu handeln, dessen Verlust Sie sich leisten können. CFDs sollten niemals als schneller Weg zum Reichtum verstanden werden.
Wie eröffnet man einen CFD-Trade?
Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Handelskontos bei einem Broker. Die meisten Broker ermöglichen es, ein Konto kostenlos zu eröffnen und die Handelsplattform zunächst risikofrei zu testen. Die einzelnen Broker unterscheiden sich in der Höhe der Spreads, der Auswahl an Basiswerten, der Plattform und der Qualität des Supports.
Der Prozess der Trade-Eröffnung ist einfach. Sie wählen den Basiswert aus, entscheiden, ob Sie auf steigende oder fallende Kurse spekulieren möchten, wählen die Positionsgröße und setzen gegebenenfalls Stop-Loss und Take-Profit. Danach bestätigen Sie den Trade und verfolgen die Marktentwicklung.
Eine detaillierte Übersicht der einzelnen Plattformen finden Sie im Broker-Vergleich.
Welchen CFD-Broker wählen?
Die Wahl des Brokers ist einer der wichtigsten Schritte. Ein Anfänger sollte sich vor allem auf die Regulierung, die Übersichtlichkeit der Plattform und die Verfügbarkeit von Lernmaterialien konzentrieren. Zu den häufig empfohlenen Plattformen gehören zum Beispiel XTB oder eToro, die eine übersichtliche Oberfläche, Deutsch und die Möglichkeit bieten, sowohl CFDs als auch echte Basiswerte zu handeln. Details finden Sie in den XTB Erfahrungen und in den eToro Erfahrungen.
FAQ: häufig gestellte Fragen zu CFDs
Sind CFDs für Anfänger geeignet?
CFDs können für Anfänger nur dann geeignet sein, wenn sie vorsichtig vorgehen, ein Demokonto nutzen und ohne unnötigen Hebel handeln.
Wie viel Geld brauche ich für den CFD-Handel?
Technisch kann man mit einem relativ kleinen Betrag beginnen, zum Beispiel mit 100 GBP. Wichtiger als die Höhe des Kapitals sind jedoch das Risikomanagement und die Positionsgrößen.
Ist es möglich, mit CFDs langfristig Geld zu verdienen?
Ja, aber nur mit ausreichendem Wissen, Disziplin und einem realistischen Ansatz. Die meisten Misserfolge resultieren aus zu hohem Hebel und Emotionen.
Fazit
CFDs sind ein flexibles und leistungsstarkes Instrument, das es ermöglicht, auf die Kursbewegungen praktisch jedes Marktes zu spekulieren. Gleichzeitig erfordern sie Respekt vor dem Risiko und einen verantwortungsvollen Ansatz. Wenn Sie Anfänger sind, betrachten Sie CFDs vor allem als eine Möglichkeit, die Funktionsweise der Finanzmärkte zu lernen, nicht als schnelle Gewinnquelle.
Investieren Sie stets verantwortungsvoll.


